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Registriert seit: 27.10.2008
Beiträge: 4.376
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Autor: AHT
Was passiert, wenn man (ab Vista) die UAC deaktiviert? Das UAC Popup Wer kennt das nicht - man startet irgendeine Anwendung und plötzlich kommt so ein dummes Popup, das ein Programm auf den Rechner zugreifen möchte und man soll dies bestätigen (siehe hier). Auf Dauer kann das ziemlich nervig sein - erst recht, wenn man das vom guten alten XP her gar nicht gewohnt ist; da ist es doch sehr vorteilhaft, dass diese nervige Sache über die Systemsteuerung recht einfach abschaltbar ist: Systemsteuerung -> Benutzerkonten -> Benutzerkontensteuerung ein- oder ausschalten Doch sollte man das wirklich tun? Im Prinzip muss dass jeder selbst wissen - und damit das jeder selbst entscheiden kann und weiß was da passiert, schreibe ich dieses Posting hier. Der Access Token und die Zugriffsrechte Es wäre doch sehr schlecht, wenn jeder kleine Angestellte mit einem PC Arbeitsplatz dazu in der Lage wäre, die kompletten Einstellungen des Computers zu ändern und mal nebenbei die Post des Chefs zu lesen. Auf aktuellen Windows Betriebssystemen ist es deshalb so, das eben nicht jeder alles darf. Wie regelt Windows das aber intern? Im Prinzip wird jeder gestarteten Anwendung eine Art "elektronischer Ausweis" mitgegeben, der unter anderem Angaben dazu enthält, wer genau das Programm gestartet hat (Loginname), welchen Gruppen (zum Beispiel Administrator oder nur Gast am PC) diese "Person" angehört und über welche speziellen Rechte verfügt wird. Dieser "Ausweis" nennt sich in Fachkreisen Access Token. Objekte, mit denen ein Programm etwas tun kann (zum Beispiel die Dateien) besitzen das Gegenstück zu diesem Ausweis - die "Sicherheitsbeschreibung". Die "Sicherheitsbeschreibung" (in Fachkreisen Security Descriptor) muss man sich vorstellen wie eine Art Liste, in der vermerkt ist, welche Gruppe oder welcher User genau was mit dem Objekt tun darf - also in etwa so:
MIL, MIC, IL und die Integritäten Liest man sich irgendwelche Sachen über Betriebssysteme ab Vista durch, stößt man des öfteren auf so merkwürdige Abkürzungen oder Begriffe wie MIL, MIC, IL, Integritäten oder Integritätslevel. Jetzt wäre es doch schön, wenn man beim Abschalten der UAC mit solchen Sachen nichts zu tun bekommen würde - genau das Gegenteil ist aber der Fall, denn gerade hier wirkt sich die Abschaltung der UAC besonders aus. Es ist deshalb nicht gerade unwichtig wenigstens oberflächlich zu wissen, was das eigentlich ist: Ab Vista gibt es neben der bereits angesprochenen Zugriffsliste für Objekte eine weitere solche Liste, die aber nur einen Eintrag hat. Dieser Eintrag setzt das Objekt (zum Beispiel eine Datei) auf einen bestimmten Level (IL oder Integritätslevel) und gibt an, was ein Programm, das in seinem Access Token einen niedrigeren Level hat als das Objekt, mit dem Objekt nicht darf (zum Beispiel lesen oder schreiben). Folgende Level gibt es:
Es soll damit unter anderem verhindert werden, das normale Programme in Bereiche schreiben, die dem Betriebssystem vorbehalten sind. Privilegien Ein besonderer Teil des "elektronischen Ausweises" Access Token sind die Privilegien. Privilegien sind einfach nur Rechte, bestimmte Systemeinstellungen setzen zu dürfen (wie zum Beispiel die Systemzeit). Diese Privilegien sind in der Regel den Gruppen zugeordnet - ist auch logisch so, denn ein Administrator muss ja wesentlich mehr Einstellungen setzen dürfen, als jemand, der nur ein normaler Benutzer ist. Bei mir zu Hause ist das ganz ähnlich - da dürfen auch nur die alleine mit meinem Auto fahren, die zur Gruppe der mindestens achtzehnjährigen gehören und als Privileg einen Führerschein besitzen. Zugriffsrechte in Registry So, nach dem Grundlagenquatsch geht es jetzt an das Eingemachte! Wir schauen uns zuerst mal die Zugriffsbeschreibung eines Registryeintrages an. So in etwa sieht der Registryeintrag HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run aus, wenn man sich die Zugriffsrechte betrachtet: Zitat:
Was auf diesen Schlüssel an Gegebenheiten bezüglich der Rechte zutrifft, gilt im Prinzip auch für alle anderen Schlüssel unter HKEY_LOCAL_MACHINE. Im Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE liegen unter anderem die globalen Autostarteinträge für Programme - also alles das, was sich automatisch generell und überall beim Starten des Systems selbst ausführt (zum Beispiel Dienste, Treiber, etc.). Ein perfekter Ort um Trojaner und RootKits zu installieren. Hier fällt auf, das normale Benutzer nur Leserechte haben - normale Benutzer können hier also keine Einträge machen. Der Token eines im Adminaccount gestarteten Programms Wir loggen uns jetzt mal (mit eingeschalteter UAC) in unseren Adminaccount ein und starten ganz normal unter Vista notepad.exe, den Texteditor. Ein Blick auf den "elektronischen Ausweis" Access Token von notepad sieht folgendermaßen aus - hier erst mal die Gruppen: Zitat:
Die Gruppe Administratoren ist als deaktiviert markiert:Schaltet man die UAC ab, werden sämtliche im Adminaccount gestarteten Programme mit aktivierter Gruppe Administratoren und deren zusätzlichen Privilegien ausgeführt. Aber nicht nur das - des weiteren werden bestimmte Funktionen des Integritätslevels deaktiviert, in dem die einzelnen Programme laufen. Gerade das hat verschiedene Auswirkungen, die man nicht unbedingt gleich sieht...Im Prinzip bedeutet das, dass die Gruppe Administratoren für Erlaubnisse in der Zugriffsliste von Objekten wirkungslos ist. Kann Notepad hier also auf eine Datei zugreifen, in die nur ein Admin schreiben darf? Nein, natürlich nicht! Wird einem Administrator in der Zugriffsliste eines Objektes aber etwas verboten, zeigt dieser Gruppeneintrag sehr wohl Wirkung.Der IL ist Mittlere Verbindlichkeitsstufe: Der Internet Explorer ab Vista Interessant wird die Sache beim Internet Explorer. Wir starten den unter Vista einfach mal und werfen einen Blick auf den "elektronischen Ausweis" Access Token seines Hauptprozesses iexplore.exe. Hier sind wieder die Gruppen: Zitat:
Auch mit deaktivierter UAC ändert sich daran nicht sehr viel, da der IE weiterhin in einem niedrigen Integritätslevel läuft. Es gibt da aber einige Zusatzfunktionen des Integritätslevels, auf die ich noch nicht eingegangen bin und auf die sich das Abschalten der UAC sehr wohl auswirkt... Messages und Hooks Messages? Hooks? Was ist denn das schon wieder? Beides hat mit Fenstern zu tun - Fenster sind die netten (meist viereckigen) Dinger, die beim Starten einer Anwendung erscheinen, die man dann anklicken oder aus denen man etwas auslesen oder eingeben kann. Intern funktionieren Fenster über Nachrichten (Messages). Wenn zum Beispiel in ein Eingabefenster ein A getippt wird, erhält die Anwendung bestimmte Nachrichten, also Messages, die dann ausgewertet werden können. Windows bietet aber auch die Möglichkeit, die Nachrichten von einer fremden Anwendung abfangen, auswerten und verändern zu lassen - man gibt zum Beispiel in Programm 1 ein A ein, Programm 2 fängt diese eingabe ab und ändert sie in B. Im Eingabefenster von Programm 1 würde dann nicht das getippte A erscheinen, sondern ein B. Ein solches Abfangen von Nachrichten nennt sich Message Hook oder Window Hook. Fenster kann man, genauso wie Dateien, als Objekte sehen. Sie haben aber einen großen Unterschied - sie sind nicht durch eine Zugriffsbeschreibung vor dem Zugriff irgendeines Programms geschützt - das heißt, jeder Hans und Franz kann im Prinzip eine Message an ein Programmfenster senden und damit das Programm dazu veranlassen, bestimmte Sachen zu tun. Das gleiche gilt für die Hooks - ein Keylogger funktioniert zum Beispiel auf diese Weise. Wenn man sich nun überlegt, dass ja nicht nur Programme durch den jeweiligen User gestartet werden, sondern manche auch durch das Betriebssystem (Dienste zum Beispiel), die dann mit einem ganz anderen Access Token und anderen Rechten laufen, kann das schon etwas problematisch werden. Chris Padget hat das in seinem White Paper zur Shatter Attack recht gut erkannt - ich muss aber gestehen, dass er die Gefährlichkeit dieser Attacke zur damaligen Zeit noch etwas untertrieben hat - denn vorher Code irgendwie in dem Service unterzubringen, ist gar nicht nötig. Desweiteren ging das mit jedem Fenster - ein Edit muss nicht vorhanden sein. Microsoft hat diese Sicherheitslücke bezüglich der Fenster erst etwas unterschätzt, ab Vista ist dieses Sicherheitsloch aber folgendermaßen geschlossen:
Kleine Zusammenfassung Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Was lässt man denn jetzt eigentlich zu, wenn man die UAC Popups abstellt?
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