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Alt 24.07.2010, 13:44   #1 (Direktlink)
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Beiträge: 4.434
Standard Festplatten mit Linux clonen

Autor: Bassboy

Festplatten mit Linux clonen

In Windows nutzen viele User oft Acronis TrueImage zum Clonen von Festplatten, zum Beispiel wenn man eine kaputte Platte gegen eine neue austauschen will. Für Linux-User gibt es ein kostenloses Bordmittel, mit dem es auch wunderbar funktioniert: Das gute alte “dd”!

In meinem Test brauchte eine 500 Gb große S-ATA-Platte knapp drei Stunden, um den exakt gleichen Inhalt auf eine zweite Platte zu bringen.

Hier erkläre ich wie das funktioniert:

Zuerst müssen wir wissen, wie unsere Festplatten heißen. Bei SCSI-Platten (die meisten S-ATA) “nummeriert” Linux die einzelnen Devices mit dem “sd”-Prefix durch. Bei IDE-Platten heißen die Devices “hd”. Nach “sd” bzw. “hd” folgt nach dem Alphabet die Plattennummer. Die erste Festplatte heißt zum Beispiel “sda” oder “hda”, die zweite “sdb”/”hdb”, die dritte “sdc”/”hdc” und so weiter. Im Beispiel möchten wir alle Inhalte der ersten Platte “sda” auf die zweite Platte “sdb” clonen. Um die Performance des Cloningvorganges zu erhöhen, empfehle ich, davor noch die Zylindergröße herauszufinden, damit wir diese für den späteren Ablauf verwenden können. Das machen wir unter root mit folgendem Befehl (alles was rot markiert ist sollte man an die eigenen Systemeigenschaften anpassen):
# sfdisk --force /dev/sda
Als Rückgabe erhalten wir zum Beispiel:
Disk /dev/sda: 60801 cylinders, 255 heads, 63 sectors/track
Old situation:
Units = cylinders of
8225280 bytes, blocks of 1024 bytes, counting from 0 Device Boot Start End #cyls #blocks Id System
/dev/sda1 0+ 60 61- 489951 83 Linux
[...]
Am meisten interessiert uns die Zylindergröße (im Beispielfall 8225280 Bytes). Jetzt kommen wir zum eigentlichen Teil: Dem Clonen der Quellfestplatte auf die (neue) Zielfestplatte.
Achtung! Wenn jetzt falsche Daten angeben werden, können dadurch alle deine Daten unwiederbringlich zerstört werden!! Wenn du das noch nie gemacht hast, empfehle ich, dir beim ersten Mal helfen zu lassen.
Zur Funktionsweise von “dd”: Gefolgt vom Befehl stehen die Parameter “if=” für die Quellfestplatte, “of=” für die Zielfestplatte und “bs=” für die Zylindergröße. Den nächsten Befehl sollten wir mithilfe einer Live-CD durchführen, damit in der Zeit des Clonens nichts auf die Platten geschrieben wird.
dd if=/dev/sda of=/dev/sdb bs=8225280
“dd” fragt nicht nach dem Kleinemädchenkram, ob man wirklich Daten zerstören will. “dd” zerstört einfach alles was auf der Zielfestplatte liegt, überschreibt jeden Bit und lässt die Quellfestplatte dabei unberührt. Wenn der Befehl ausgeführt wurde, dauert der Vorgang mehrere Stunden und meldet beim Erfolg kurz die Statistiken des Clonvorgangs.

Und schon sind wir fertig! Wir haben somit unsere Platte erfolgreich auf eine andere Platte geclont.
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