Windows 10, das Internet of Things, der Datenschutz und die Sicherheit

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    • Windows 10, das Internet of Things, der Datenschutz und die Sicherheit

      Autor: Adrian Janotta/IT Security Spezialist für Paules-PC-Forum.de
      Windows 10, das Internet of Things, der Datenschutz und die Sicherheit



      Das Unternehmen Cisco schätzt, dass rund 10 Milliarden "Dinge" mit dem Internet verbunden sind – und das sind nur 0,6 Prozent aller "Dinge", die erreicht werden können und eine IP Adresse erhalten haben. Kurz gesagt, das Internet der "Dinge" (IoT) wächst weiter. Es gibt keine Anzeichen, dass sich dieser Trend aufhalten lässt. Wir leben in einer Welt, die sich eben radikal verbindet und immer digitaler wird. So wird auch Windows 10, ein Teil dieser Welt werden.

      Auch andere führende Organisationen aus der IT Security,, die Analysen betreiben, teilen diese Einschätzung. Gartner, Inc. stellt in in einer Analyse aus dem Jahr 2014 (Hype Cycle for Emerging Technologies Report), fest, dass bis zum Jahr 2019, Unternehmen mit 1,9 Milliarden verbundenen Heim-Geräten ausgestattet sein werden, womit in etwa 490 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2019 weltweit erwartet wird. Dabei haben alle eines gemeinsam: Ein Betriebssystem, ganz gleich, ob Android oder Microsofts Windows .

      Wenn es auch nichts mit dem Internet der Dinge zu tun hat: Die Grundeinstellungen von Windows 10 ermöglichen dem Unternehmen den Zugriff auf umfangreiche Benutzerdaten. Mehrere internationale, aber auch nationale Stellen prüfen derzeit, ob das möglicherweise gegen Datenschutzrecht verstößt. Auch hat sich Microsoft in der letzten Zeit, mit der Einführung von Windows 10, in der Open Source- Gemeinde keine Freunde gemacht, erst recht nicht bei Firefox Entwickler Chris Beard. Dieser beklagte sich in dem offiziellen Mozilla Blog über das neue Windows 10. So hatte der Mozilla-CEO sich gleich doppelt an Microsoft gewandt und schrieb sich seinen Frust in einem offenen Brief an Microsoft-Chef Satya Nadella von der Seele. In Windows10 muss der Nutzer nämlich immer eine Default-Anwendung vorgeben. Das betrifft Apps, wie Mail, Kalender oder Browser u.a.. Die Freie Wahl eines bevorzugten Programms sei so nicht mehr gewährleistet. "Es ist verwirrend, schwer zu navigieren und leicht, sich darin zu verlieren", so der Mozilla-CEO. Um das zu demonstrieren, hat Mozilla ein Video erstellt, in dem man zeigt, wo und wie die Einstellungen vorgenommen werden. Ob das Umstellen der Standard-Anwendung in Windows 10 tatsächlich die sprichwörtliche "Raketen-Wissenschaft" ist, muss jeder selbst entscheiden.

      Was ist unter Windows 10 anders?

      Cortana ist fies: Nutzer sollten sich darüber im Klaren sein, dass Microsofts digitaler Sprachassistent fleißig Informationen sammelt. Denn je mehr Cortana über den Nutzer weiß, desto besser funktionieren die von Microsoft angepriesenen Features des Assistenten. Um proaktiv personifizierte und relevante Vorschläge machen zu können, nutzt Cortana Daten aus dem Kalender, aus verwendeten Anwendungen, von E-Mails, Textnachrichten, Anrufen und Kontakten. Daneben beobachtet Cortana genau, was sich Nutzer sich ansehen und kaufen und ermittelt den Gerätestandort. Dadurch wird jeder Anwender zum "gläsernen Nutzer", was bei einigen sicherlich für ein flaues Gefühl im Magen sorgen dürfte.

      Unique IDs: Für alle Nutzer und für jedes Gerät generiert Windows 10 zudem spezifische Advertising-IDs. Diese können wiederum von Entwicklern und Ad-Netzwerken genutzt werden, um Nutzerprofile zu erstellen. Das Vorgehen lässt sich in den Einstellungen zwar abschalten, allerdings muss auch hier der Nutzer wieder selbst aktiv werden.

      BitLocker in OneDrive: Nicht unbedingt problematisch, aber etwas, worüber man sich bewusst sein sollte: Ist auf Windows-Geräten die Geräteverschlüsselung aktiviert, erstellt Windows 10 automatisch einen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel. Dieser wiederum wird automatisch auf dem OneDrive-Konto des Nutzers hinterlegt. Wer seine Daten also nicht über die Microsoft-Cloud absichern will, sollte einen anderen Weg wählen.

      Datenweitergabe: Offenbar will Microsoft ab sofort mit der Weitergabe von persönlichen Nutzerdaten relativ locker umgehen.



      Windows-10 ist bereits auf mehr als 67 Millionen Computern weltweit. Wie bei jedem kostenlosen Angebot, ist Microsofts Windows 10 an Bedingungen geknüpft. Nachfolgend habe ich ein ein paar Tipps zusammengefasst, die ein Windows10- Nutzer befolgen kann, um seine eigene Sicherheit und den Datenschutz zu erhöhen.

      Sieben Dinge, die für mehr Datenschutz und Sicherheit unter Windows 10 sorgen

      1. Wähle die benutzerdefinierte Installation
      Obwohl die "Express Einstellungen" verlockend aussehen, bedeuten diese bei der Installation eine Gefahr für den Datenschutz. Windows 10 konfiguriert das System dann so, dass es Sprache, Typisierung des Systems, Kontakte, Kalenderdaten, als auch Standort- und Datenschutzeinstellungen und unnötige Werbe ID an Microsoft und Partner sendet. Die Auswahl der Option "Benutzereinstellungen" ermöglicht dagegen eine Reihe von Restriktionen, die man aktivieren kann.

      2. Die Auswirkungen auf den Datenschutz von Cortana
      Dieser persönliche Assistent nutzt eine maschinelle Technik, um zu lernen und dem Benutzer stets zu Diensten zu sein. Der Nachteil ist, das der Nutzer heimlich von Cortana ausspioniert wird. Dabei sind besonders persönliche Daten gefragt. Wenn man damit ein Problem hat, dass Cortana eMails liest, Kontakte kennt und andere persönliche Vorlieben mit dem Internet teilt, schaltet Cortana einfach ab.

      3. Rückmeldung und Diagnose-Reporting-Tools abstellen
      Windows-10 sendet Absturzberichte an Entwickler. Diese enthalten Speicherabbilder, die auch auf persönlichen Daten verweisen können. Leider gibt es keine Möglichkeit, vollständig zu verhindern das, dass Betriebssystem keine Daten wie Diagnose- und Nutzungsdaten an Microsoft sendet. Aber Sie können die Einstellung zurücksetzen, um die Menge der gesendeten Daten an Werbepartner und Entwickler zu minimieren.

      4. Verwende ein lokales Microsoft Konto unter Windows 10
      Windows-10 ist ein Cloud orientiertes Betriebssystem. Nutzer werden aufgefordert, sich mit einem Microsoft-Konto anmelden. Das Microsoft Konto synchronisiert einige Ihrer Profildaten mit der Microsoft-Cloud. Mit einem lokalen Konto zu starten, wenn Du aufgefordert wirst, ein Microsoft-Konto zu erstellen, birgt viele Vorteile, auch wenn man auch nicht ganz anonym bleibt. Ein Artikel auf Dotcomsecurity zeigt, dass auch mit einem anonymen Konto Daten in die Cloud gesendet werden, wenn das dann auch nur anonym geschieht.

      5. Schütze die Kontoinformationen
      Windows-10 sendet Anwendungen und private Daten, insbesondere Konto, Bild, Namen, Kontoinformationen über Anwendungen und Verbindungen mit mit Drittanbietern. Wenn man glaubt, ich übertreibe mit meiner Behauptung nicht, sollte man folgende Einstellung deaktivieren: Start -> Einstellungen -> Datenschutz -> Kundendaten.

      6. Optimieren des Peer-to-Peer-Update-Systems
      Jörg, der Betreiber von Paules-PC-Forum.de hat exklusiv für Dotcomsecurity ein wunderbares How to verfasst, das aufzeigt wie die Torrent Updates abgeschaltet werden können. Das sollte man auch unbedingt tun.

      7. Malware-Schutz unter Windows 10
      Microsoft hat in Windows 10 einiges für den Schutz gegen Malware getan. Ein zusätzliches Antivirensystem ist grundsätzlich nicht mehr erforderlich. Sollten man sich einen neuen PC mit Windows 10 angeschafft haben und eine vorinstallierte Testversion einer Antivirensoftware vorfinden, ist es angebracht, diese noch vor Ablauf der Testphase, frühzeitig zu deinstallieren. Dann schaltet sich der Windows Malwareschutz und Schutz vor Viren automatisch ein.

      Auf Dotcomsecuirty.de informiert Dich mein Team und ich auch kostenlos über neuste Entwicklungen bezüglich IT Sicherheit.

      Adrian Janotta hat die erfolgreiche Prüfung der Hochschule Wismar zum IT-Security-Spezialist für Datenbanken und Netzwerke absolviert. Er hat sich auf Sicherheit in Content-Management Systemen spezialisiert und setzt er sich heute für Internetnutzer und digitale Rechte ein. Als Social Engineer kennt er die psychologischen Aspekte und Schwachstellen. Er ist auch Nutzer des Paules PC Forums und hilft gerne bei Fragen zur Sicherheit weiter. Auf Dotcomsecurity.de verfasst er, mit seinen Kollegen kostenlos Hilfestellungen und News zur IT Sicherheit und zum Hacking