Rheinwerk Design: Von der Kunst, einfach anzufangen

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    • Rheinwerk Design: Von der Kunst, einfach anzufangen

      Autor: Schwabenpfeil!
      Von der Kunst, einfach anzufangen



      Philipp Barth
      Von der Kunst, einfach anzufangen

      Lesebuchformat 14,8 x 21 cm.
      In Farbe gedruckt auf Werkdruckpapier (Fly 05 weiß, 100 g).
      24,90 Euro, ISBN 978-3-8362-5596-7



      Weitere Infos unter: rheinwerk-verlag.de/von-der-ku…n_4418/?GPP=paulespcforum

      Zugegeben, wenn es darum geht Ausreden zu finden, warum ich die eine oder andere Tätigkeit noch nicht beginne und vor mir her schiebe, bin ich ein wahrer Weltmeister. Da fällt mir ein, dass ich ja eben noch schnell die Waschmaschine einschalten könnte oder unbedingt vorher die Spülmaschine ausräumen sollte. War der Briefträger eigentlich schon da? Dann mal schnell noch den Briefkasten geleert, nicht das sich darin ein wichtiger Brief befindet. So jetzt aber. Ach Moment, mit einem frischen Kaffee läuft es besser. Ab in die Küche zum Kaffee kochen. So könnte ich das Spielchen fast unendlich weiter treiben und immer wieder finde ich etwas, das mich hindert nun endlich mit der Arbeit zu beginnen. Klar, es gibt Tätigkeiten die nun wirklich keiner gerne macht, wie z.B. die jährliche Steuererklärung. Zu oft erwische ich mich aber dabei Dinge aufzuschieben, die eigentlich gar nicht so Dramatisch sind und die man schnell wieder vom Tisch hätte, wenn man denn nur mal anfangen und konzentriert dabei bleiben würde.

      ::: »Was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen«



      Ein kleiner Trost, ich bin mit dieser Aufschieberitis tatsächlich nicht alleine und es gibt sogar einen Fachausdruck dafür; die Prokrastination. Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber vor einigen Monaten fand ich im Netz mal einen kostenlosen Online-Kurs zum Thema Prokrastination und die ersten Lektionen arbeitete ich auch noch mit großem Fleiß und Ehrgeiz ab. Aber man ahnt es schon, nach kurzer Zeit schob ich die Abarbeitung der neuen Lektionen vor mich her, bis ich irgendwann den Anschluss verlor und aussteigen musste. OK, der Kurs kam damals nicht zum besten Zeitpunkt, aber mit ein bisschen mehr Selbstdisziplin und einer besserer Organisation, hätte ich das schaffen können.

      ::: »Aller Anfang ist schwer«

      Vor ein paar Tagen nun stolperte ich über ein Buch mit dem Titel "Von der Kunst, einfach anzufangen". Mehr als nur ein Buchtitel, schon fast eine Botschaft. Auf der Buchrückseite lese ich, dass Rituale, Routinen und Techniken gegen das Aufschieben helfen und Aussagen wie "Aufschieben ist heilbar", "Das Ende der Ablenkung" oder "Keine Angst vor der Angst" und "In 10 Schritten zum Ziel". Hmm, klingt gut. Dann fange ich mal an zu lesen. Ah Moment, mit einem Kaffee an der Seite macht das Lesen sicher mehr Spaß. Bin gleich wieder da...

      ::: »Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute«



      Da bin ich wieder und ich habe bereits die ersten Seiten es Buches gelesen. Der Autor Philipp Barth hat mich bereits auf Seite 8 eingefangen und ich stimmte ihm bereits vollumfänglich zu. Er schreibt, dass Menschen die Dinge nicht lange mit dem Beginn einer Aufgabe zögern, effizienter, schneller und erfolgreicher wären und vor allem zufriedener. Ich selbst erkenne mich genau hier wieder, es dauert auch bei mir immer recht lange, bis ich beispielsweise mit dem Scheiben an einem neuen Buch beginne. Nicht weil mir das Schreiben keinen Spaß machen würde, sondern weil ich den enormen Arbeitsaufwand vor Augen habe. Ich weiß, dass ich in den nächsten Wochen und Monaten weder viele Nächte durchschreiben werde, dass ich viele Verabredungen mit Freunden aus zeitlichen Gründen absagen muss und es Tage geben wird, an denen ich 12 Stunden und mehr vor dem Rechner sitzen werde und trotzdem das Gefühl habe, nicht weiter zu kommen. Den Abgabetermin dabei immer im Nacken. Wenn es dann aber irgendwann geschafft ist und man gerade die letzte Satzfahne an den Verlag geschickt hat, macht sich ein tolles Gefühl von Erleichterung, Freude und auch Stolz bemerkbar. Das Projekt, welches Anfangs so gewaltig schien, konnte Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Dazu passt wunderbar diese Weisheit:

      ::: »Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt«. Konfuzius, *551 v. Chr. †479 v. Chr.

      Bereits wenige Seiten später stößt man auf eine 120-Minuten-Übung. Der Autor empfiehlt, diese Übung möglichst 14 Tage an jedem Abend durchzuführen. Wenn man wirklich wolle, könne man das schaffen. Puh, jeden Abend 2 Stunden und das über einen Zeitraum von 14 Tagen? Die ersten Zweifel machen sich breit. Wie soll das gehen? Jetzt möchte in das dieser Stelle das Geheimnis nicht verraten, aber wie so oft ist vieles so viel einfacher wie man im ersten Moment denkt.



      ::: »Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird«

      Strategien, Lösungsansätze, Tricks. Der Autor bezeichnet die Aufschieberitis als nervende und griesgrämige Nachbarin, die uns immer dann in die Quere kommt wenn wir es gar nicht gebrauchen können. Die Nachbarin zeigt häufig sehr deutlich ihre Absichten, uns vom Beginn der Arbeit abzuraten, tarnt sich aber auch sehr oft und versucht über Umwege uns den Anfang zu erschweren. Kapitel für Kapitel lernt man neue Tricks diese griesgrämige Nachbarin zu erkennen und ihr Spiel zu durchkreuzen. Das Ziel dabei immer klar vor Augen, die Mohrrübe als Motivationshelfer vor der Nase.

      Im Buch werden auch Apps und Programme vorgestellt, mit dessen Hilfe man einzelne Webseiten und Anwendungen für einen bestimmten Zeitrahmen sperren kann. Wer sich z.B. immer wieder dabei erwischt alle paar Minuten bei Facebook zu schauen welche weltbewegende Neuigkeiten es dort gibt, kann diese Seite oder Anwendung einfach blockieren lassen. Klar, man kann diese Sperren auch umgehen, aber dafür ist oft ein Neustart des Systems oder andere Arbeitsschritte erforderlich. Das ist Aufwendig, das kostet Zeit und mit ein wenig Disziplin betrügt man sich hier nicht selbst.

      Angereichert ist das Buch mit zahlreichen Beispielen wir man es machen oder besser nicht machen sollte. Es gibt Handlungspläne in die man die auszuführenden Arbeiten einträgt und dazu vermerkt was man in welchem Zeitrahmen erreichen möchte und wie er erste Schritt aussieht. Eine Seite weiter folgt der Plan "So ist es tatsächlich gelaufen". Hier trägt man nun ein was man tatsächlich erreicht hat und wie man wirklich vorgegangen ist. So kann man wunderbar erkennen wo man vom eigentlichen Plan abgewichen ist und die Gründe analysieren.

      Um die Effizienz zu steigern gibt es einen weiteren Plan für den Arbeitstag. Hier trägt man die geplante Arbeitszeit ein protokolliert dann die tatsächliche Arbeitszeit. Kurz gegen gerechnet und schon sieht man wie viele Minuten man verplempert hat und kann über eine einfache Formel die Arbeitseffizienz ermitteln. Aber natürlich wird man mit diesen Plänen nicht alleine gelassen, denn drumherum werden zahlreiche Strategien beschrieben.

      Gegen Ende des Buches fasst der Autor das Gelesene und hoffentlich bereits verinnerlichte, in 10 ausführlichen Schritten zusammen. Nach der Lektüre des Buches darf man aber nun nicht glauben, dass künftig jede Arbeit so einfach von der Hand gehen wird. Aller Anfang ist schwer und das bleibt häufig auch so. Der Autor weist genau auf diesen Umstand auf den ersten Seiten auch hin. Dennoch gibt das Buch eine Menge Hilfeseillungen und klare Anleitungen, die einem wirklich helfen die Anfangshürde leichter zu überspringen. Wichtig ist aber, dass man das Buch wirklich gewissenhaft durchliest und nicht mehrere Seiten oder gar Kapitel überspringt. Die Strategien und Tipps greifen ineinander und wer Teile des Buches überspringt, wird den Zusammenhang nur unzureichend erfassen können.

      ::: Fazit
      Wer etwas gegen das lästige Aufschieben tun möchte, sollte umgehend zu diesem Buch greifen. Der Autor Philipp Barth zeigt in einem angenehmen, lockeren und sehr kurzweiligen Schreibstil interessante, aber eben auch realistische und machbare Strategien und Lösungsansätze, mit denen wirklich jeder zum Erfolg gelangen kann. Tricksen Sie die Aufschieberitis ganz einfach aus. Jetzt!