Für was ist eine virtuelle Maschine unter Windows 10 sinnvoll?

  • Ich habe mich damit bisher noch gar nicht damit befasst und würde nun gerne ein paar Tipps von Usern erhalten, die damit arbeiten.

    Wäre es z.B. sinnvoll, wenn man Linux testen möchte?

    Welche weiteren Möglichkeiten hat man damit?

    Gruß

    Bosco

    Hoffen

    LEBEN, DAS HEISST HOFFEN UND WARTEN.

    (Étienne Pivert de Sénancour, 1770-1846, französischer Schriftsteller)



  • Hallo,


    Wozu virtuelle Maschinen? OK, hier mal ein paar Möglichkeiten:


    • Um ein neues Betriebssystem zu testen, z.B. ein neues Linux, ohne sein Hauptsystem ändern zu müssen
    • Um ein altes Betriebssystem zu betreiben, z.B. Windows XP, da eine spezielle Software unter einem modernen System einfach nicht laufen will
    • Um Software zu testen. Jede Installation/Deinstallation hinterlässt Spuren im Dateisystem und der Registry. Wer will schon sein Hauptsystem zumüllen
    • Um verdächtige Software zu testen. Ist der Download sauber? Ist die Software sauber? Bevor ich das Hauptsystem evtl. schrotte, probieren in einer virtuellen Maschine
    • Für Spezialfälle wie z.B. Onlinebanking. Dafür gibt es eine VM, mit der nie etwas anderes als Onlinebanking gemacht wird, auch kein "mal kurz surfen"
    • Um Umgebungen zu testen. Virtuelle Maschine mit Windows Server, virtuelle Maschine mit Windows und schon kann man Client-Server-Anwendungen ziemlich real testen. Oder eine unsichere Maschine und Kali-Linux zur Vorbereitung eines Pentests
    • Entwicklung und Testen. Jede VM ist gleich konfiguriert, kein Problem mit unterschiedlicher Hardware unterschiedlicher Entwickler
    • Schnelles Umkonfigurieren der Hardware zum Testen z.B. (mehr Speicher, mehr CPU, kein Netz, ...)


    Bedenke dabei, wenn Du ein Windows in eine VM packst, brauchst Du eine weitere Windowslizenz.



    CU

  • Danke für die gute Beschreibung. Dass ich dazu eine weitere Windows-Lizenz benötige, war mir nicht bekannt.

    Werde mir das mal in Ruhe überlegen :!:

    Gruß

    Bosco

    Hoffen

    LEBEN, DAS HEISST HOFFEN UND WARTEN.

    (Étienne Pivert de Sénancour, 1770-1846, französischer Schriftsteller)



  • Du kannst in Windows 10 eine virtuelle Maschine haben, ohne zusätzlich ein entsprechendes Programm installieren zu müssen:

    Virtuelle Maschine in Windows 10 einrichten: So geht's
    Virtuelle Maschinen in Windows 10 erlauben es Dir, schnell mal ein anderes Betriebssystem zu testen, ohne Deine...
    www.turn-on.de

    Windows 10: Hyper V aktivieren - so geht's
    Aktivieren Sie Hyper V unter Windows 10, können Sie virtuelle Maschinen erstellen und sich so spezielle Software wie VirtualBox oder VMware sparen. Das Feature…
    praxistipps.chip.de

    Ich habe das noch nicht probierte, aber schon 2 Programme ausprobiert und auch eine Weile genutzt:

    https://www.virtualbox.org/ (deutsch)

    https://www.vmware.com/de/products/workstation-player.html ( englisch)

    "Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir."

    Saint Exupery (Der kleine Prinz)

  • Dann nämlich entfällt die Notwendigkeit einer zweiten Lizenz, oder?

    Meine smarte, die kommenden Zeitalter bescheiden vorwegnehmende Signatur befindet sich noch in ihrem Herstellungsprozeß. Im 1. Quartal 2034 dürfte mit ihrer Lieferung zu rechnen sein.

    Vorläufig zitiere ich Karl Kraus: „Wer jetzt übertreibt, kann leicht in den Verdacht kommen, die Wahrheit zu sagen.“

    Dazu meint Pepino: Cogito, ergo schnurr'.


  • Hallo,


    Hyper-V ist ein Typ-1-Hypervisor, VirtualBox bzw. VMware sind ein Typ-2-Hypervisor. Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied.

    Wenn Du Hyper-V aktivierts, dann läuft Hyper-V auf Deiner Maschine und Dein momentanes Betriebssystem wird in eine virtuelle Maschine verschoben. Das kann in gewissen Szenarien durchaus problematisch sein (Latenzen z.B.).

    Virtual Box läuft auf dem Betriebssystem, hier gibt es dann tatsächlich einen Host (Dein momentanes System) und einen Gast (das virtuelle System).


    Auch über die weiteren Auswirkungen der Wahl sollte man sich im Klaren sein. Wenn Du in der virtuellen Maschine z.B. Sound möchtest, brauchst Du bei Hyper-V in der virtuellen Maschine einen RDP-Server und der Zugriff auf die VM muss mittels Remote Desktop Protocol erfolgen. Auch die Anzahl der unterstützen Betriebssysteme ist bei VirtualBox z.B. deutlich größer.

    Dafür ist Hyper-V schneller, sofern Du die Hardwarevoraussetzung erfüllst (z.B. kein Windows Home, kein Linux als Basis).


    Welches Produkt man verwendet, kann man pauschal nicht sagen, das ist eine Entscheidung, welcher jeder individuell für sich treffen muss.


    Und wegen der Lizenz: eine virtuelle Maschine ist wie eine echte Maschine - also Lizenz. Dein momentanes System wird zur root-VM, dazu kommt eine virtuelle Maschine zum Ausprobieren. 2 Maschinen - 2 Lizenzen. Das ändert sich nur, wenn Du mit Hyper-V in einer Firmenumgebung arbeitest. Dort gibt es andere Lizenzierungsmöglichkeiten.


    CU

  • Dann nämlich entfällt die Notwendigkeit einer zweiten Lizenz, oder?

    Wenn du Virtual Box oder VMware Player mit freien Systemen (Linux) nutzt, dann ja!

    "Was vergangen ist, ist vergangen, und du weißt nicht, was die Zukunft dir bringen mag. Aber das Hier und Jetzt, das gehört dir."

    Saint Exupery (Der kleine Prinz)

  • Verstehe... Danke, GPB.

    Meine smarte, die kommenden Zeitalter bescheiden vorwegnehmende Signatur befindet sich noch in ihrem Herstellungsprozeß. Im 1. Quartal 2034 dürfte mit ihrer Lieferung zu rechnen sein.

    Vorläufig zitiere ich Karl Kraus: „Wer jetzt übertreibt, kann leicht in den Verdacht kommen, die Wahrheit zu sagen.“

    Dazu meint Pepino: Cogito, ergo schnurr'.


  • Danke für alles - jetzt sind alle Klarheiten beseitigt :lol:

    Ob und welche VM ich nutzen werde, ist aber noch nicht entschieden.

    Gruß

    Bosco

    Hoffen

    LEBEN, DAS HEISST HOFFEN UND WARTEN.

    (Étienne Pivert de Sénancour, 1770-1846, französischer Schriftsteller)



  • Hallo,


    Sandboxie stellt, wie der Name vermuten lässt, eine Sandbox bereit. Damit hast Du die Möglichkeit, Programme isoliert vom Betriebssystem auszuführen.


    Kannst Du mit dem wahren Leben vergleichen. Du hast ein kleines Kind, welches von der Leine gelassen Deinen Garten umgestaltet. Setzt Du das Kind aber in einen Sandkasten, dann sieht der Sandkasten wie Tokio nach Godzilla aus, Dein Garten hat aber keinen Schaden genommen (bildlich gesprochen).

    Beliebtestes Einsatzgebiet für Sandkästen ist der Browser. Ich öffne den Browser im Sandkasten, alles passiert im Sandkasten und nach dem Surfen leere ich den Sandkasten und stelle einen neuen frischen Sandkasten fürs nächste Mal bereit.


    Hier noch ein paar Infos zu Sandboxie: https://sandboxie-plus.com/sandboxie/

    Download gibt es dann hier: https://github.com/sandboxie-plus/Sandboxie/releases


    Eine Sandbox ist aber keine virtuelle Maschine. Je nachdem was man möchte, ist man mit der einen oder anderen Lösung besser bedient.


    Wenn Du kein Problem damit hast, Geld auszugeben, dann würde ich Dir VMware Workstation Pro nahe legen. In Bezug auf Geschwindigkeit, Stabilität und Fähigkeiten das beste Gesamtpaket. Aber nur um mal mit Virtualisierung zu spielen, ist es wohl zu teuer, dann eher VirtualBox oder VMware Workstation Player.


    CU

  • Danke für Deine wirklich fachkundige Erläuterung! :top:

    Meine smarte, die kommenden Zeitalter bescheiden vorwegnehmende Signatur befindet sich noch in ihrem Herstellungsprozeß. Im 1. Quartal 2034 dürfte mit ihrer Lieferung zu rechnen sein.

    Vorläufig zitiere ich Karl Kraus: „Wer jetzt übertreibt, kann leicht in den Verdacht kommen, die Wahrheit zu sagen.“

    Dazu meint Pepino: Cogito, ergo schnurr'.


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