Verwendung zahlreicher komplexer und individueller Kennworte

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  • Autor: Tunarus


    Verwendung zahlreicher komplexer
    und individueller Kennworte


    Heutzutage verwalten die meisten von uns viele verschiedene Zugänge zu allen möglichen Plattformen.
    Seien es Konten in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter oder der Einkauf in verschiedenen
    Online-Märkten wie Amazon oder auch die Online-Umgebungen der Banken und Versicherungen, die
    genau wie die zahlreichen E-Mailkonten alle eine Anmeldekennung mit Benutzername und Kennwort
    erfordern.


    Viele machen es sich einfach und verwenden ein einziges Kennwort für alle verschiedenen Zugänge.
    Wenn dieses Kennwort dann auch noch schwach ist, wie etwa der eigene Vorname oder das Geburtsdatum
    des Kindes, dann ist der Schaden sehr schnell geschehen und zumeist sehr umfassend.


    Wie also soll man es schaffen, ausreichende Sicherheitsanforderungen an die eigenen Zugangskennwörter
    einzuhalten? Sinnvoll wären zumindest:


    - Ausreichende Länge von mindestens 12 Zeichen
    - Verwendung von Groß- und Kleinschreibung
    - Verwendung mindestens eines Sonderzeichens
    - Mischen von Buchstaben und Zahlen
    - Kein real existierendes Wort aus dem Wörterbuch
    - Jeder Zugang erhält sein eigenes, individuelles Kennwort


    Und das für die durchschnittlich mehreren Dutzend benötigter Zugänge? Unmöglich!


    - - - - - - - - - - - - - - - - - Falsch!


    Das ist eigentlich recht einfach. Merken Sie sich keine verschiedenen Kennwörter mehr, sondern nur noch
    ein Kennwortprinzip! Generieren Sie anhand eines festgelegten Prinzips Ihre Kennworte immer gleich, auf
    eine Weise, die den obigen Anforderungen entspricht, anstatt zu versuchen, viele Dutzend verschiedene
    Kennworte zu verwalten. So brauchen Sie sich nur noch das Prinzip einmal zu merken und haben damit
    sämtliche verwendeten Kennworte im Kopf.


    Wie geht das?
    Beim Kennwortprinzip verwenden Sie für jedes Kennwort drei Teile:


    - Einen statischen, unveränderlichen Teil, der immer gleich ist
    - Einen individuellen Teil, der sich von Plattform zu Plattform ändert und die Kennworte individualisiert
    - Einen generierten Teil, der das Kennwort lang und komplex macht


    Das hört sich schwierig an, ist aber in der Praxis recht einfach. Wenn Sie dieses Prinzip einmal verinnerlicht
    haben, können Sie leicht neue, sehr sichere Kennworte erstellen und sich ebenso leicht an bestehende Zugänge
    erinnern, weil Sie einfach immer nur diesem Prinzip folgen, und sich nicht mehr konkrete Wörter merken müssen.
     


    Ein Beispiel:


    1. Statischer Teil:
    Als statischen Teil verwende ich etwas, woran ich mich leicht erinnern kann und das dennoch nicht von
    jedermann mit mir in Verbindung gebracht werden kann, wie es etwa bei meinem Vornamen oder dem Namen
    meines Haustieres der Fall wäre. Nehmen wir also etwa die Geburtsstadt meiner Großmutter, die kaum jemand
    kennt:


    - - - - - - - - - - - - - - - - - Olpe


    Nun verfremden wir den statischen Teil, so dass er immer noch leicht zu merken ist, aber dem Kennwortprinzip
    die nötige Komplexität gibt. Wir verwenden statt des Buchstabens „O“ die Zahl Null und hängen ein Ausrufezeichen
    an, weil das besonders wichtig ist. Der statische Teil lautet nun also


    - - - - - - - - - - - - - - - - - 0lpe!


    2. Individueller Teil:
    Der individuelle Teil generiert sich aus dem Namen der Plattform, an der ich mich anmelden will und besteht
    beispielsweise aus den ersten drei Buchstaben der Plattform, bei denen Groß- und Kleinschreibung gemischt werden.
    Hier einige Beispiele:


    - - - - - - - - - - - - - - - AmA = Amazon
    - - - - - - - - - - - - - - -FaC = Facebook
    - - - - - - - - - - - - - - -tWi = Twitter
    - - - - - - - - - - - - - - - iTu = iTunes

    - - - - - - - - - - - - - - - - - …etc., pp.


    3. Generierter Teil:
    Der generierte Teil besteht aus den Anfangsbuchstaben eines einfachen Merksatzes, den jeder von uns z.B. noch aus
    der Schule kennt oder den man sich wo auch immer angeeignet und gemerkt hat (Studium, Lehre, etc.). Nehmen wir
    hier beispielsweise den bekannten Merksatz, der durch die Anfangsbuchstaben der Wörter die Reihenfolge der Planeten
    unseres Sonnensystems kennzeichnet:


    - - - - - - Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten


    Nehmen wir nun nur die Anfangsbuchstaben der Wörter in korrekter Reihenfolge und
    Groß- und Kleinschreibung:


    - - - - - - Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten


    Daraus ergibt sich:


    - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - MVemjSunP
     
    Nun setzen wir die drei Teile zusammen. Dabei entsteht etwa für die Anmeldung bei Amazon folgendes Kennwort:


    - - - - - - - - - - - - - - - - - 0lpe!AmAMVemjSunP


    Wir haben ein siebzehnstelliges, extrem komplexes Passwort, das wir uns anhand des zugrundeliegenden Prinzips
    jederzeit merken und leicht für verschiedene Plattformen individuell reproduzieren können:



    Was für Sie hier beim ersten Lesen vielleicht noch sehr schwierig erscheint, wird sehr schnell benutzbar, wenn Sie
    es – vielleicht zunächst versuchsweise mit ein / zwei Zugängen – in der täglichen Praxis verwenden.


    Ich selbst habe derzeit etwas mehr als 80 verschiedene Zugänge, deren Kennwörter ich auf genau diese Weise
    generiere und ich habe mir schon lange kein einziges Kennwort mehr merken oder notieren müssen.


    - - Bei dieser Erläuterung handelt es sich nur um eine Anregung!


    Generieren Sie Ihr Kennwort ganz, wie es Ihnen beliebt. Das Prinzip ist Ihnen nicht komplex genug? Denken Sie sich
    einfach noch einen vierten oder fünften Teil aus. Das ist Ihnen alles zu schwierig? Dann vereinfachen Sie das Prinzip,
    wie Sie es benötigen und es sich noch merken können. Verändern Sie die Reihenfolge der Komponenten.
    Oder... oder... oder...


    Wichtig ist, dass Sie ein Prinzip benutzen, um ein ausreichend sicheres Kennwort zu erstellen und nicht ein einziges
    Kennwort für alle Ihre Zugänge verwenden!